Veranstaltungen und Programme in chronologischer Reihenfolge

Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Tiefgreifende psychische Verletzungen, wie Gewalt und Misshandlungen in der eigenen Familie, Deprivation, Verlust einer wichtigen Bezugsperson, schwere Erkrankungen, ein Unfall, Naturkatastrophen, Verbrechen, kumulative Traumata – in der therapeutischen Arbeit mit betroffenen Kindern und Jugendlichen bedarf es vertiefender, traumaspezifischer theoretischer Erkenntnisse und einer entsprechenden Modifikation der Behandlungstechnik. Wir als Behandler sind in der therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Patientinnen und Patienten oft mit schwierigen Gegenübertragungsgefühlen konfrontiert, eigene Abwehrprozesse werden aktiviert. Das Ziel dieser Fortbildung ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praxisbezogene Theorie der psychotherapeutischen Arbeit mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu vermitteln. Grundlage dieser Traumatherapie ist die individuelle Beziehung zwischen Patient und Therapeut auf dem Hintergrund psychodynamischer Konzepte. Die große Herausforderung besteht darin, einen individuellen Möglichkeitsraum für den einzelnen Patienten zu schaffen, damit die durch das Trauma oft stagnierende Entwicklung wieder aufgenommen werden kann. Elke Fietzek, die diesen Kurs jahrelang geleitet und aufgebaut hat, war es besonders wichtig, dass die Therapeutin oder der Therapeut dabei dem Patienten und seinen jeweiligen Bedürfnissen folgt und nicht umgekehrt. Dies benötigt eine stabile therapeutische Beziehung zum Aufbau einer sicheren emotionalen Bindung. Wie aber können wir eine hilfreiche Beziehungserfahrung herstellen, wenn durch das Trauma gerade das Gefühl von Sicherheit und emotionaler Geborgenheit angegriffen oder zerstört wurde? Kann ein Trauma „verarbeitet“ oder „geheilt“ werden? In dieser Fortbildung soll es nicht um das reine Erlernen bestimmter Traumatechniken im Sinne eines manualisierten Vorgehens gehen (wobei bestimmte Techniken eingeführt werden), vielmehr um die „therapeutische Kunst“, trotz zum Teil schwierigster Ausgangs-bedingungen, eine individuelle, heilsame Entwicklung zu fördern und zu ermög-lichen.
Aufgrund der verschiedenen Altersstufen steht die entwicklungspsychologische Perspektive im Vordergrund, die Behandlungstechnik und das Setting müssen entsprechend angepasst werden. Bei Kindern steht das Spiel im Vordergrund (häufig ist die Spielfähigkeit durch das Trauma eingeschränkt und muss erst wieder etabliert werden), bei Jugendlichen das therapeutische Gespräch. Bei allen Altersgruppen können Kreativmethoden oder Entspannungsverfahren zum Ausdruck, bzw. zur Emotionsregulation eingesetzt werden. Auch die Arbeit mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen ist ein wichtiger Baustein der Fortbildung.

An wen richtet sich die Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie?

Die Fortbildung richtet sich an alle, die psychotherapeutisch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben und ambulant praktisch tätig sind. Rein stationäre Konzepte sind nicht Inhalt dieser Fortbildung. Der Kurs findet in einer geschlossenen Gruppe mit ca. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Umfang und Art der Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie

Die Fortbildung findet modular fortlaufend über zwei Jahre (4 Module) mit jeweils 16 Fortbildungsstunden statt und ist an die Symposien in Benediktbeuern und Brixen angegliedert. Der Kurs beginnt am Donnerstag (ganztägig) und wird dann Freitag und Samstag (Nachmittag) fortgesetzt, womit die Vorträge der Symposien problemlos besucht werden können. Spezielle thematische Wünsche der Gruppe können bei Bedarf aufgegriffen werden, nach Voranmeldung gibt es Raum für Fallarbeit aus dem Teilnehmerkreis. Um einen breiten theoretischen und praxisnahen Hintergrund zu gewährleisten, werden erfahrene Kolleginnen als Gastdozenten eingeladen.

Theoretische Schwerpunkte der Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie

- Grundlagen der Psychotraumatologie
- Posttraumatische Belastungsstörungen
- Sozialpsychologische Abwehrprozesse bei Traumatisierungen
- Psychodynamische Konzepte und Bindungsforschung
- Neurobiologische Aspekte und Gedächtnisforschung
- Pflege- und Heimkinder
- Deprivation
- Sexueller Missbrauch, Misshandlung und Gewalt
- Interaktionale Prozesse der Übertragung und Gegenübertragung bei
  Traumatisierungen
- Umgang mit Dissoziation, Flashbacks und Wiederholungszwang
- Trauerprozesse
- Entwicklungsaufgaben Vorschulalter, Latenz und frühe, mittlere und
  späte Adoleszenz
- Holding, Containment und therapeutische Selbstfürsorge
- Bedeutung des Spiels in der therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Kindern
- Spezielle Behandlungstechniken

Leitung der Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie

Sebastian Kudritzki, analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Gruppenanalytiker, Supervisor und Dozent  

Referentenliste der Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Traumatherapie

Dr. phil. Dipl.-Psych. Elke Fietzek
Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Supervisorin und Lehranalytikerin

Dipl.-Psych. Katrin Gessl
Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Dipl.-Sozialpäd. Sebastian Kudritzki
Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Dipl.-Psych. Shima Mika
Psychologische Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Psychotraumatologin (DEGPT) und zertifizierte EMDR-Therapeutin

Dipl.-Psych. Julia Stachels-Andric

Psychologische Psychotherapeutin, Kinder – und Jugendlichenpsychotherapeutin

Carla Maria Weber
Psychoanalytikerin für Kinder und Jugendliche

Termine und Ort der Fortbildung

Ein neuer Kurs beginnt jeweils am Donnerstag vor dem Symposion in Brixen. Das genaue Datum entnehmen Sie bitte der Übersicht in der rechten Spalte der Homepage.

Anmeldung und Organisation
Ärztliche Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen e.V.
Spiegelstr. 5, 81241 München
Tel 0049 (0)89 - 820 53 03
Fax 0049 (0)89 - 88 20 89
institut@aerztliche-akademie.de
zur Anmeldung

Kosten pro Kurseinheit
410,-- € für Mitglieder der Ärztlichen Akademie
460,-- € für Nichtmitglieder

Kontoverbindung:
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Kto. 391 6588
BLZ 300 606 01
IBAN DE67 3006 0601 0003 9165 88
BIC DAAEDEDD

 

40 Jahre Ärztliche Akademie

Brixen
Lehrgangswoche 2019-2

Symposion
"Symbolisierungsprozesse
und Spiel in der Kinderpsychotherapie"
05.-07.07.2019

Zusatzbezeichnung Psychotherapie
Start neuer Lehrgang
16.-23.02.2020

Qualifikation in tiefen-
psychologisch fundierter
Kinder- u. Jugendlichen-
psychotherapie
(NQ/WQ)
01.-07.07.2019

Eltern-Kleinkind-Psychotherapie (EKP)
Start neuer Kurs
20.-23.2.2020

Fortbildung tiefenpsychologisch
fundierte Gruppentherapie
für Kinder und Jugendliche

Start neuer Kurs
20.-23.2.2020

Traumatherapie
Start neuer Kurs
25.-28.02.2021

Psychopharmakotherapie
Start neuer Kurs
20.-23.02.2020

Psychosomatische
Grundversorgung
Start neuer Kurs
20.-23.2.2020

Psychosomatische
Grundversorgung
Balintgruppe
23.02.2020

Teamentwicklung
und Fallsupervision
Start neuer Kurs
25.-28.02.2021