Dokumentarfilm

Die Zweite Geburt

Ein Dokumentarfilm über die erfolgreiche Behandlung traumatisierter Kinder im Heim

Der israelische Psychoanalytiker Chezzi Cohen leitete mehr als 40 Jahre das Kinderheim Jerusalem Hills Children's Home und entwickelte dort ein therapeutisches Konzept für die Behandlung schwer traumatisierter Kinder.

Berührend dokumentiert der Film "Die Zweite Geburt" die Behandlung schwer traumatisierter Kinder im Heim und bringt dem Betrachter eindrucks-voll die unterschiedlichen Säulen eines erfolgreichen Therapiekonzeptes näher.

  • Wie alles begann - die Entstehung des Filmes

    Der erste Kontakt mit Yecheskiel Cohen fand im Jahr 2000 statt, als er auf Einladung der Ärztlichen Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen zum Symposion nach Brixen kam. Dort hielt Chezzi Cohen einen Vortrag mit dem Titel „Die Behandlung traumatisierter Kinder im Heim – das Heim als Behandlungsmethode". Zunächst tauchte die Frage auf: "Wie kann ein Heim eine Behandlungsmethode sein?". Im Verlauf des Vortrages wurde aber schnell deutlich, dass das psychoanalytische Konzept der Behandlung schwerst traumatisierter Kinder auf dem Zusammenwirken aller Menschen beruht, die die Kinder im Heim betreuen, einschließlich der äußeren Rahmenbedingungen.

    In den folgenden Jahren vertiefte sich stetig der Kontakt und nach ersten Besuchen des Heimes in Israel entstand die Idee, das Therapiekonzept in einem Dokumentarfilm festzuhalten, um es so einer breiten Öffentlichkeit und vor allem Fachpublikum v. a. aus Jugendhilfeeinrichtungen als Lehrmaterial zur Verfügung zu stellen. Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit konnten wir schließlich Dietmar Lyssy, Geschäftsführer der Bilderfest GmbH, München, für das Projekt gewinnen. Der Film wurde durch zahlreiche Spenden von Privatpersonen und Stiftungen finanziert. Krischan Dietmaier gelang es in mehrwöchigen Dreharbeiten im Heim, das Therapiekonzept in emotional bewegenden Bildern einzufangen. Darüber hinaus wird im Film auf die Lebensgeschichte von Chezzi Cohen Bezug genommen.

  • Das Konzept - Behandlung traumatisierter Kinder im Heim

    Das Jerusalem Hills Therapeutic Center: Auf einem unscheinbaren Gelände vor den Toren Jerusalems, umgeben von einem hohen Zaun, bekommen hier 80 Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt und Missbrauch, Vernachlässigung und Krieg wurden, ein neue Chance.

    Es ist ein „Auffangbecken für verwundete Seelen, die durch alle sozialen Netze und Institutionen gefallen sind und deren Wege unter normalen Umständen dauerhaft in der psychiatrischen stationären Versorgung, im Maßregelvollzug oder im Gefängnis enden würden. Das Jerusalem Hills Therapeutic Center ist längst ein Kinderheim, das weit über die Grenzen Israels bekannt ist. Es ist das Lebenswerk des Psychoanalytikers Chezzi Cohen. Sein ganz eigenes und ganzheitliches psychoanalytisches Konzept schafft, dass etwa 60–70 Prozent der Kinder das Heim mit einer gesunden und entwickelten Persönlichkeit verlassen – eine Erfolgsquote, die unter Fachleuten weltweit für Staunen und Bewunderung sorgt.

    Der Kern des Konzeptes: Im Heim werden traumatisierte Kinder in geschlossenen Gruppen über einen Zeitraum von ca. fünf Jahren betreut. Zu den essentiellen Säulen des Therapiekonzeptes gehören die kontinuierliche Betreuung der Kinder durch die gleichen Bezugspersonen, eine intensive Elternarbeit und die kontinuierliche Supervision aller Personen, die die Kinder betreuen. Alle Aktivitäten im Heim werden als Bestandteil der Behandlung verstanden und aus einer psychoanalytischen Perspektive gesehen. So wird den Kindern ein Entwicklungsraum zur Verfügung gestellt, in dem auch tiefgreifende traumatische Erfahrungen behandelt werden können.

    Jede Situation während des Tages wird als Therapiesituation verstanden: Aufstehen, Zähneputzen, Essen, Schulbesuch oder Freizeit – alles ermöglicht den Therapeuten und Erziehern eine bedeutsame Beziehung mit den Kindern aufzubauen, einen „potential space". In diesem „Beziehungsraum" holen die Kinder essentielle Erfahrungen nach, die sie in ihrer frühkindlichen Entwicklung verpasst haben. Es ist die Keimzelle für den Neuaufbau eines intakten Selbst. Ermöglicht wird dieser Raum durch feste Strukturen und Abläufe, eine individuelle und kontinuierliche Betreuung, minimalen Mitarbeiterwechsel, intensiven Dialog und die Verknüpfung aller Lebensbereiche innerhalb des Heims. Gleichzeitig haben die Kinder die Möglichkeit, ihre seelischen Probleme und ihre Verhaltensauffälligkeiten auszudrücken. Der Aufenthalt im Heim ist weder an Bedingungen noch Leistungsbeweise geknüpft.

    Ein Resultat: die Therapie kommt fast gänzlich ohne Medikamente aus. Und auch die Mitarbeiter werden einbezogen.
    Von der Köchin bis zum Heimleiter – jeder im Heim bekommt kontinuierlich Supervision, erfährt sich selbst in Gesprächsgruppen, Therapie-sitzungen und Fortbildungen. Die Ergebnisse des von Chezzi Cohen entwickelten Therapiekonzepts für traumatisierte Kinder belegen eindrücklich, dass eine über mehrere Jahre andauernde Behandlung und ein klares Therapiekonzept auch bei schwersten Traumatisierungen zu einer Wiedereingliederung der meisten Kinder in die Gesellschaft führen können. Aufgrund der hohen Erfolgsrate hat Chezzi Cohens Therapiekonzept Modellcharakter.

    Cohen, der im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie aus Nazideutschland nach Palästina floh, hat über 40 Jahre das Heim geleitet und dabei eine Therapie entwickelt, die in ihrer Konsequenz und Professionalität ihresgleichen sucht.

  • Informationen zum Film und Bestellung

    Der Dokumentarfilm: „Die Zweite Geburt" wurde 2014 produziert von Bilderfest GmbH in München im Format 16:9.
    Der Film ist in Deutsch und Englisch erhältlich und hat eine Laufzeit von ca. 40 Minuten. Extra Interviews von Y. Cohen, Manfred Endres und Tomer Bouhana runden den Film ab.

    Der Film „Die Zweite Geburt" arbeitet die Ideen und Prinzipien von Cohens Heimkonzept bildsprachlich aus und zeigt, wie sie im Heimalltag Realität werden. Der Film verzichtet dabei gänzlich auf einen Sprechertext, schöpft seine Kraft ganz aus den inspirierenden und emotionalen Originalaufnahmen der Psychologen, Lehrer und Erzieher und folgt in intimen und sensiblen Szenen dem Alltag der Kinder.
    Dezent animierte Schrifttafeln ordnen und ergänzen den Film, führen Begriffe ein und verweben die verschiedenen Gestaltungsebenen zu einem Ganzen. Ein Wechsel aus monochromen und farbigen Bildern gibt dem Film nicht nur eine eigene Ästhetik, sondern unterstützt den Perspektivenwechsel von gelebtem Heimalltag zu psychoanalytischem Konzept. Am Ende des Filmes steht die Erkenntnis, dass Cohens ganzheitliches Heimmodell nicht nur das Zeugnis eines inspirierenden und ungewöhnlichen Psychoanalytikers ist, sondern ein konkretes Leitbild für die erfolgreiche Therapie von schwer traumatisierten Kindern – ein Film über ein einzigartiges Therapiekonzept und seine Menschen, die mit Leidenschaft, Intuition und Professionalität jeden Tag aufs Neue kleine Wunder bewirken.

    Die DVD ist über die Ärztliche Akademie zum Preis von 20,- Euro erhältlich.

    Im 2014 erschienenen Buch von Y. Cohen "Das traumatisierte Kind; Psychoanalytische Therapie im Kinderheim", vom Brandes & Apsel Verlag ist der Film „Die zweite Geburt" inklusive.

Ihr Ansprechpartner

Renate Flügel

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